Tänze

Das gemeinschaftliche Tanzen und die traditionellen, heiligen Tänze sind ein wichtiger Faktor der Zeremonien und Rituale. Gesänge begleiten die Tänze und sind untrennbar miteinander verbunden. Beides sind Möglichkeiten, um mit dem Schöpfer (Creator) zu kommunizieren. Der Schöpfer ist zufrieden, wenn die Menschen tanzen und singen für ihn. Es ist ein Weg der Danksagung. Darzustellen, das man glücklich ist, dankbar für Gesundheit und das Leben, dass einem gegeben wurde. Zu tanzen ist eine eigene, alte "Sprache", die über das bloße gesprochene Wort hinausgeht.

   >Hoop Dance - Mit Video Anleitung


Fancy Dance

 

Ist kein historischer Tanz. Der „Fancy Dance“ wurde von dem Stamm der  Poncas in den 1920er und 1930er Jahren erfunden, im Versuch, ihre Kultur und Religion zu bewahren. In dieser Zeit waren den American Natives religiöse Tänze von den Vereinigten Staaten und der kanadischen Regierung verboten. Dieser Tanz basierte auf dem traditionellen Kriegstanz und wurde als „angemessen“ angesehen und durfte in den "Wild West Shows" gezeigt werden. Zwei junge Poncas entwickelten diesen flotten Tanz weiter. Das Publikum war begeistert von diesem Tanz und der Ponca Stamm baute bald seine eigene spezielle Tanz-Arena in White Eagle, Oklahoma.

Darauf hin entwickelten auch andere Stämme neue Tänze, die legal in der Öffentlichkeit getanzt werden konnten. In den 1930er Jahren schufen die Kiowas und Comanchen ebenfalls neue Tanzstile und Insignien, die dann in den Fancy Tanz eingebaut wurden.

Auf  „Intertribal Pow Wows“ wurden Tanz-Wettbewerbe organisiert. Diese Tanz-Wettbewerbe wurden zu einer wichtigen Einnahmequelle während der Großen Depression. Auch Frauen begannen den „Fancy Dance“ zu tanzen.

Der Tanz ist schnell, bunt und sehr energisch, oft auch mit Tricks und extrem sportlichen Bewegungen. 

Die Tanz-Insignien umfassen bunte Federn, Fransen, Stickereien, Colliers, Ohrringe, Armbänder, Schleifen, Kopfbedeckungen, wulstige Mieder, Leggins, Schals und Mokassins. Alles bunt und reichlich dekoriert.

Fancy Tänzer sind die häufigsten Tänzer und der Tanz wurde auch zum Wettkampfsport.

Stomp Dance

 

Der Tanzführer, führt "stampfend" die Tänzer in einem Kreis auf den Tanzplatz (Bolonese).

Die Männer singen und stampfen im Kreis (dieses "Stampfen" ist eher als ein wippendes schnelles Gehen zu verstehen "Joggen").

 

Die Tanzlieder werden in einem Frage-und-Antwort-Format gesungen. 

Ein Führer singt vor und die anderen Männer antworten im Chor. Bei einigen Tänzen, trägt der männliche Tanzleiter eine Hand-Rassel, üblicherweise aus Schildkrötenpanzer, Muscheln, Kürbisse oder Kokosnüsse. Frauen sorgen für den primären Rhythmus mit Beinrasseln. Die "Stomp" Tanzlieder gehören zu den aufregendsten und dramatischen musikalischen Stilen der Native Americans.

 

Der Begriff "Stomp Dance" bezeiht sich auf die "leicht stampfenden" Bewegungen des Tanzes. In der Sprache der Muscogee heißt der Tanz Opvnkv Haco  die "betrunkenen", "verrückt" oder "beseelt". Dies bezieht sich auf die meditative Wirkung des Tanzes. 

Gras Dance

 

Ein junger Mann, mit einem lahmen Fuß, sehnte sich danach zu tanzen. Er nahm seine Sehnsucht mit hinaus in die Prärie. Betete, als er auf einen kleinen Hügel humpelte. Oben auf dem Hügel, überkam es ihn - Er sollte seinen eigenen Tanzstil entwickeln. Als er diese Offenbarung überlegte blickte er über die Prärie, mit den schwankenden und wehenden Gräsern.

Könnte dies seinen Tanz sein?


Und so, so heißt es, ist der Ursprung des Grases Tanz. Männer tragen Stränge von Garn oder Bändern. Diese hängen von ihren Armen und von der Taille herab, um das Gras in der geistigen Welt darzustellen. Der anmutige Tanz fließt, wie die wogenden Wellen der Graslandgräser. Der Gras Tanz ist ein schneller Tanz. Er bestehend aus geschwungenen Bewegungen und Symmetrie. Er ist in der Regel schneller als der Northern Tradition oder Hetero Stil, aber nicht so schnell wie ein Fancy Tanz . Wie bei den meisten Pow wow Tänzen, wird mit einem Fuß oder den Tanzschritten zum Drum-Beat geklopft. Was auch immer der Gras Tänzer auf einer Seite seines Körpers tut, muss er auch auf der anderen Seite tun. Symmetrie und Mimik stellen das wehenden Gras dar. Mit weit ausladende Bewegungen und rhythmischem Klopfen wird das niedertrampeln des Grases für einen Lagerplatz nachgeahmt. Andere Bewegungen zeigen einen Krieger, der sich durchs hohe Gras an einen Feind anschleicht oder verfolgt. Eine typischer Tanzschritt beinhaltet: Einen Fuß ist fest auf dem Boden, während der Andere sich stampfend, im Kreis, um den Körper herum bewegt. Stellt einen kämpfenden Krieger mit verletztem Bein dar, der seine Feinde abwehrt. Zwei Federn gehören zum Kopfschmuck, die so angebracht sein sollen, dass sie herumwirbeln, während der Tänzer sich bewegt.

 

 

Der Gras Tanz reflektiert die Notwendigkeit für die Balance im Leben.

Hoop Dance

Der Hoop Dance ist ein "Geschichtenerzähl-Tanz". Er wird mit bis zu 40 Reifen getanzt. Mit den Reifen werden in Formen und Formationen verschiedene Tiere und Symbole dargestellt. Mit diesen Elementen werden Geschichten erzählt. In der Regel wird dies von Solotänzern getanzt.

Während des Tanzes werden aus den verschiedenen Formen ein Erzähl-Ritual gebildet, wie der Schmetterling, Schildkröte, Blumen, der Adler, die Schalnge und Vögel. Der Reifen steht als Symbol für den nie endenden Kreislauf des Lebens. Der Native American Hoop Tanz besteht aus sehr schnellen, exakt einstudierten Bewegungen, um eine Formation um und über dem Körper zu bilden.

Die verwendeten Reifen haben in der Regel einen Durchmesser von 30 - 75 cm.

Die Reifen werden von den Tänzern aus Schilf, Holz oder einfach aus Kunststoffrohrleitungen selbst hergestellt und mit bunten Bändern umwickelt.

 

In der Anishinaabe Kultur wird von einem Manitou Pukawiss erzählt, ein Bruder von Nanabozho. Er wurde geboren um unter den Menschen zu leben. Er erschuf den Hoop Tanz.

"Pukawiss war anders als die anderen Jungen. Er hatte kein Interesse am Laufen, Schwimmen oder Jagen. Er wollte nur die Tiere beobachten. Er begeisterte sich nur für unpraktische Dinge, nicht so wie sein Bruder Maudjee-kawiss. Deshalb nannte ihn sein Vater Pukawiss, der Verleugnete, der Unerwünschte. Aber Pukawiss lernte so viel über das Leben, von den Bewegungen des Adlers, der Bären und der Schlangen. Er lernte von den Tieren: Treue, Freundlichkeit und Freundschaft und das die Menschen diese Werte von den Tieren erlernen sollten. Pukawiss wollte den Menschen in seinem Dorf von den Tieren erzählen , dazu drehte er sich wie ein Adler im Flug, hüpfte wie ein Kaninchen durchs Gras oder wackelte wie ein Babyhirsch. Er wurde ein Tänzer. Viele Dörfer baten ihn zu ihnen zu kommen, um von ihm über die Tiere zu lernen. Viele Frauen wollten gerne, das er bei ihnen bliebe, doch er bevorzugte es von Dorf zu Dorf zu ziehen. Pukawiss und sein Bruder Cheeby-aub-Oozoo fügten die Trommel und die Flöte als Begleitug zum Tanz hinzu. Pukawiss benutzte Reifen um mit ihrer Hilfe die Tiere besser darstellen zu können. Die Menschen bewunderten Pukawiss. Schließlich wurden viele eifersüchtig auf Pukawiss, auf sein Kostüm und seine Fähigkeit mit den Reifen zu tanzen und sie begannen ihn zu kopieren. Er genoss diesen Erfolg und wurde sehr Stolz und Überheblich. Sein Vater und sein Bruder Maudjee-kawiss verstanden ihn nicht und es gab immer wieder Streit zwischen ihnen. Pukawiss beschimpfte sie als Unwissende. Pukawiss provozierte auch oft sein Puplikum und als älterer Bruder neckte er seine anderen Brüder, vieleicht einmal zu oft. Durch einen neckischen Diebstahl beleidigte er Nanabozho. Wütend zerstörte Nanaboho den Berg unter dem Pukawiss sich als Schlange getarnt versteckt hatte. Pukawiss war nicht tot, aber jetzt hatte er eine neue Aufgabe: Jene, die zu Stolz sind zu verhöhnen." Die Anishinaabe glauben, dass jedes Mal, wenn der Wind Blätter von den Ästen weht und sie zu boden tanzen, man ihn spüren kann.

 

Wettbewerb

Der jährlich im Heard Museum in Phoenix, Arizona statfindende Hoop-Dance Wettbewerb ist wohl der Bekannteste. Bis zu 80 Tänzer tretten dort auf und es kommen mehr als 10.000 Zuschauern.

Der Erste Wettbewerb wurde 1991 auf dem "New Mexico State Fair" durchgeführt. Der erste Weltmeister im Hoop-Dance war Eddie Swimmer, ein Cherokee. (36-42 Reifen)

 

"Wenn ich Jemandem zum Lächeln, und Freude in sein Herz bringen kann, dann habe ich meinen Job gut gemacht. Es geht nicht um mich, aber mein Gott und Schöpfer gab mir dieses Talent, um es mit den Menschen zu teilen."

Eddie Swimmer

 

 

Obwohl der Hoop-Tanz eine Männer Tanzform ist, haben in den letzten Jahren immer mehr Frauen an den Wettbewerben teilgenommen. 1994 nahm Jackie Bird (Mandan Hidatsa und Santee Sioux), als erste Frau an einer Weltmeisterschaft teil. 1997 gewann Ginger Sykes (Navjo) den Weltmeistertitel bei den Teen.