Frauen

Nibi-Water-Walk

 

"Nibi" ist das Ojibwe Wort für Wasser

 

Jeder Schritt ist ein Gebet für das Wasser.

 

In der Anishinaabe oder Ojibwe Tradition, haben Männer und Frauen bestimmte Verantwortungen. Männer haben die Verantwortung für die Pflege des Feuers, dazu gibt es Lieder und Gebete.

Frauen haben die Verantwortung für die Pflege des Wassers. Sie waren schon immer die, die das Wasser besorgten. Sie sangen Wasser-Lieder und sprachen die Wasser-Gebete und stellten bitten an das heilige Wasser.

 

                         Sharon Day (Ojibwe) die "Mutter-Erde-Wasser-Wanderin".

" Als Kind musste ich mit meiner Schwester, für unsere Familie,

jeden Tag das Wasser holen. Wenn sie jeden Tag Wasser schleppen müssen,

entwickelt sich daraus eine besondere Beziehung zum Wasser.

Die Wasser-Wanderungen kommen aus dieser spirituellen Praxis."

 

Sharon Day wurde in Minnesota geboren. Sie ist eine Midewin (Medizinfrau).

Sie sieht daher eine traditionelle Verpflichtung darin, sich in ihrer spirituellen Praxis um das Wasser zu kümmern.

Sie ist die Geschäftsführerin der "Indigenous People Task Force". Sie ist eine Künstlerin und Aktivistin.

Sharon Day, Josephine Madamin und andere Anishinawbe Frauen wollen mit dem

"NIPI-Walk", dass Bewusstsein und die Aufmerksamkeit auf das Thema Wasser bringen und deutlich machen, wie das Wasser mit unserem Leben verbunden ist.

Sie führen ab 2003, jährlich einen großen NIPI-Walk durch. Dazu laden sie indigene und nicht-indigene Menschen ein, sich daran zu beteiligen.

 

"In unserem spirituellem Weg und mit unserem Glauben, sind vorallem

wir Frauen für die Reinhaltung des Wassers verantwortlich. Wir sind

diejenigen, die das Leben geben. Wir tragen unsere Babys im Wasser.

Es gibt eine tiefe Verbindung zum Wasser, die wir alle haben."

 

2013: Mississippi-Walk: Am 1. März 2013 wanderte Sharon Day, betend und in einem Eimer sauberes Mississippiquellwasser mit sich tragend, entlang des Mississippi. Vom Oberlauf bis zum Golf von Mexico. Strecke: 2300 Meilen.

 

2014: Ohio River Nibi-Water-Walk: Start am 22.April 2014 in Pittsburg

Ziel 25. Mai 2014 in Cairo

Strecke: 981 Meilen

Der Ohio-River-Walk ist eine Reaktion auf dessen desolaten Zustand. Er gilt als einer der am stärksten, verschmutzten Wasserstraßen des Landes. Pro Jahr werden ca. 16 000 Tonnen giftige Abfälle eingeleitet. Unzählige Industrieanlagen und Kraftwerke befinden sich an den Ufern des Ohio.

 

"Schlimmer als der Regen, waren die unzähligen Lastwagen, mit ihrem

Spritzwasser. Sie waren eine ständige, schmerzhafte Erinnerung daran, weshalb wir diese Wanderung begannen."

 

 

Das Ohio Tal war eine wichtige Heimat für die indigene Bevölkerung. Sie erlitten hier vielfätige Demütigungen durch die europäischen Siedler.

 

"Am Ende eine jeden Tages sammelten wir Steine und Anderes,

was wir auf dem Boden fanden. Damit errichteten wir einen Kreis,

opferten Tabak und baten um die Erlaubnis zum Verweilen und

Ausruhen. Am Morgen kehrten wir zu dem Steinkreis zurück und

legten einen weiteren, größeren Kreis darum. Ich fragte die Wanderer,

wie sie diesen Tag verbringen wollten. Eine nach der Anderen erzählte,

was sie auf dem Herzen hatte. Manchmal sangen wir ein Ojibwe Lied,

als Medizin für das Wasser. Danach gingen wir weiter. Einige

beteten oder sangen und andere schwiegen. Für Nicht-indigene Menschen

ist es nicht einfach zu schweigen, sie wollen den Raum immer mit ihrer

Stimme füllen, aber durch das Schweigen kann man den Geist von innen

und von außen hören."

 

Am 9. Januar 2014 ereignete sich am Elk River in West Virginia ein großer Chemieunfall.

Der Elk River ist ein Nebenfluss des Kanawha, der in den Ohio mündet.

 

"Das hat uns noch mehr darin besärkt, den Ohio entlang zu gehen," sagte Day.

"Als wir wanderten, beteten und sangen wir zum Fluss. In unserem Glauben

ist der Fluss lebendig und hat einen Geist. Wir sagten ihm er solle stark bleiben

und weiter fließen. Wir werden die Menschen dazu ermutigen sich für ihn

einzusetzen und alle anderen auffordern, damit aufzuhören ihn zu vergiften."

 

Immerwieder schlossen sich Menschen den Frauen an, wenn auch nur für eine kurze Zeit.

 

Sacheen Littlefeather

Bürgerrechts-Aktivistin

Geboren als Marie Louise Cruz, am 14. Nov. 1946 in Salinas, Kalifornien

Vater (indianischer Name "Cruz") war ein "White Mountain Apache" vom Stamm der Pueblo Yaqui (Arizona).

Mutter war französisch-deutsch-niederländischer Abstammung.

 

Sie war ein Mitglied des "IAT" (Indians off All Tribes) und nahm an der Besetzung von Alcatraz teil.

Bekannt wurde sie aber vorallem wegen ihrem Auftritt bei der 45. Oscarverleihung, als Marlon Brando seinen Oscar ablehnte und sie führ ihn eine kurze Rede hielt.

 

 

Besetzung von Alcatraz


Verschiedene Aktivistengruppen der "IAT" besetzten am 20. November 1969 Alcatraz, die Besetzung dauerte 19 Monate und wurde von der US-Regierung gewaltsam am 11. Juni 1971 beendet.

 

Nach dem Vertrag von von Fort Laramie (1868) zwischen den Sioux und den USA, muss alles verlassene und vom Staat nicht mehr genützte Land an die Ureinwohner zurückgegeben werden. Das Alcatraz Zuchthaus wurde am 21. März 1963 geschlossen und wurde somit vom Staat nicht mehr genützt. "Red Power" Aktivisten verlangten die Rückgabe der Insel an die "Natives".

Am 8. März 1964 besetzte eine 40ig köpfige Gruppe von Sioux für 4 Stunden die Insel, um für die Rückgabe zu demonstrieren. Die US-Regierung bot einen Ausgleich an, nach ihrer Meinung im Einklang mit den Sioux-Vertragsrechten:

47 Cent pro Acre. Für die gesamte Felseninsel entspricht dies einem Gesamtbetrag von $ 9,40,

oder $ 5,64 für die nutzbaren 12 Acre. Außerdem wollte die Bundesregierung einen Leuchturm der Küstenwache weiter betreiben.

Die "IAT" wollten auf der Insel ein amerikanisches, indianisches, spirituelles Zentrum errichten. Mit Ökozentrum, Museum, Bibliothek, indianischen Lehrern, usw., alles mit indianischem Personal.

Am Morgen des 20. Novembers 1968 versuchten 79 Indianer die Blockade der Küstenwache zu durchbrechen.

14 Demonstranten gelange es auf die Insel zu kommen. In den folgenden Monaten kammen bis zu 400 Personen auf die Insel. Native und "Nicht-Native" brachten Lebensmittel und andere notwendige Dinge zu den Demonstranten.

Nachricht an das San Francisco-Innenministerium von Richard Oakes:

"Wir forden die Vereinigten Staaten auf, unsere gerechten

Ansprüche anzuerkennen. Die Entscheidung liegt nun bei

den Führern der amerikanischen Regierung - uns mit Gewalt

von unserem "Great Spirit´s Land" zu vertreiben, oder eine

wirkliche Veränderung im Umgang mit den American Natives

zu beginnen. Wir haben keine Angst vor eurer Drohung, es sei

ein Verbrechen dieses Land zu beanspruchen. Es würde der

Beweis, für uns und alle anderen unterdrückten Völker, eines

Völkermordes. Dennoch suchen wir den Frieden."

Im Dezember begann der Isani Sioux John Trudell mit einer Radiosendung von der Insel (The Voice of Alcatraz).

Im Januar 1970 begann man mit der veröffentlichung von Flugblättern.

Joseph Morris (Blackfoot), mietete einen Lagerplatz auf Pier 40, um den Transport von Gütern und Personen auf die Insel zu erleichtern.

Unterstützt wurde die Aktion von: Kay Starr (Sängerin), Jane Fonda, Antony Quinn, Marlon Brando, Jonathan Winters, Buffy Saint-Marie, Dick Gregory.

Die Rockband "Creedence Clearwater Revival" spendete 15 000 $.

Am 3. Januar 1970 starb die 13-jährige Yvonne Oakes, die Familie Oakes verlies die Insel.

Die Meisten der ürsprünglichen Besetzer verließen nach und nach ebenfals die Insel.

Immer mehr "Nicht-Indianer" aus der San Francisco Drogen- und Hippie-Szene zogen auf die Insel, bis ihnen der Aufenthalt verboten wurde.

Bob Robertson, Republikaner, zuständig für Indianerangelegenheiten im Nationalrat verhandelte mit den Besetzern, er lehnte aber alle Vorschläge der Besetzer ab.

Dagegen wollte er Alcatraz dem Nationalpark-System übertragen und lediglich ein Park für indianische Nutzung anlegen, dies lehnte wiederum der "IAT" ab, sie wollten die gesammte Nutzung der Insel.

Ende Mai kappte die Regierung den elektrischen Strom und alle Telefonleitungen zu der Insel. Im Juni zerstörte ein Feuer zahlreiche Gebäude. Ohne Strom, Frischwasser und abnehmender öffentlicher Unterstützung und Sympathie, begann die Anzahl der Bewohner weiter zu schwinden. Am 11. Juni 1971 entfernte ein Großaufgebot von Regierungsbeamten die letzten 15 Besetzer von der Insel.

 

The Academy Awards Kontroverse

1973 verweigerte Marlon Brando, die Annahme eines "Oscars" für die Darstellung des Don Vito Corleone in dem Film "Der Pate". Er wollte damit gegen das bewaffnete Vorgehen gegen die "AIM" (American Indian Movement) bei Wounded Knee und vorallem gegen die verfälschte Hollywood-Darstellungen der Native Americans in Film und Fernsehen protestieren. Brando war ein langjähriger Unterstützer von Native Organisationen, die sich für die Rechte der amerikanischen Ureinwohner einsetzten.

 

Er boykottierte die Oscarverleihung und verfasste eine 15 seitige Rede, in der er die jahrhundertelange Unterdrückung der Native Americans anprangerte. Er bat Littlefeather an seiner Stelle die Rede zu halten. Er kannte sie von einem Treffen in Washington D.C., wo sie einen Vortrag zur Rassen- und Minderheitenfragen hielt.

Der Veranstalter drohte Littelfeather, sie mit Gewalt zu entfernen oder sie verhaften zu lassen, sollte sie auf der Bühne länger als 60 Sekunden sprechen. Sie musste improvisieren. Während sie für ihre Rede einigen Applaus bekam, wurde sie aber auch ausgebuht und ausgepfiffen. Nach ihrem kurzem Auftritt ging sie hinter die Bühne und verlas die ganze Rede für die Presse.

Dies löste eine intensive Kontroverse und Kritik im ganzen Land aus.

 

Roger Moore wollte den Oscar an Littlefeather übergeben, doch sie lehnte ab und sprach:

"Hallo. Mein Name ist Sacheen Littlefeather.

Ich vertrete an diesem Abend Marlon Brando, er bat mich für sie eine sehr lange Rede zu halten. Dies ist wegen der Zeit nicht möglich, aber ich werde sie anschließend der Presse mitteilen. Er bedauert sehr diese großzügige Verleihung nicht akzeptieren zu können. Die Gründe dafür sind die Behandlung der Indianer durch die Filmindustrie und im Fernsehen und auch die jüngsten Geschehnisse am Wounded Knee.

Dass in der Zukunft unsere Herzen und unser Verständnis mit Liebe und Großzügigkeit erfüllt sei.

Danke im Namen von Marlon Brando."

 

John Wayne regte sich so über die Rede auf, dass 6 Männer nötig waren ihn daran zuhindern auf die Bühne zu stürmen.

Nach ihrem Aufritt erfuhr Littlefeather wenig Respekt, Verständnis, Liebe oder Großzügigkeit von den Mainstream-Medien. Bald verbreiteten sich falsche Gerüchte über sie. Sie sei keine echte Native American. Das Wildleder-Oscar-Kleid hätte sie nur gemietet (es war ihr eigenes Pow Wow Tanz-Kleid).

Sie sei nur eine Möchtegern-Opportunistin. Sie sei eine Stripperin.

Sie wurde in Hollywood auf die "Schwarze Liste" gesetzt. Sie erhielt Todesdrohnungen.

Das FBI drohte jedem der sie anheuern sollte.

 

John Wayne lässterte: "Wenn Brando was zu sagen hatt, dann soll er selbst erscheinen und nicht ein kleines, unbekanntes Mädchen in einem indianischem Outfit vorschicken."

 

Nach ihrer eigenen Ansicht, wurde durch den Oscar-Vorfall ihre beginnende Schauspielkarriere beendet.

Sie arbeitete weiter beim Radio und war Anfang 1980 Mitbegründerin der National American Indian Performing Arts Registery, diese Organisation unterstützt den Einsatz von Indianern in Film- und Fernsehproduktionen.

Sie arbeitete bei verschiedenen Fersehproduktionen mit.

Sie engagiert sich für die indianische AIDS-Hilfe.

Sie ist Koordinatorin des San Francisco Kateri Circle (Verehrung der seliggesprochenen Kateri Tekakwitha), ihre Aufgabe ist es katholische und indianische Gläubige zusammenzubringen.

Regelmäßig tritt sie auf Pow Wows und Indianerfesten auf.

In der San Francisco Bay Area kämpft sie weiterhin für die Rechte der Indianer.